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Robert Palfrader:

"Wenn's kein Fleisch mehr gibt, fress ich Vegetarier"

Robert Palfrader

Der Kabarettist, Schauspieler und Radatz-Neffe Robert Palfrader besucht regelmäßig den Würstelstand. Uns erzählte er von Würstelstandbekanntschaften, Curry und Ketchup sowie vom Picknick in der Stadt.

Ich gehe relativ oft zum Würstelstand – unter anderem, weil meine Mutter und auch meine Schwester einen betreiben. Der eine ist in Brunn am Gebirge, der andere in der Nähe des Rinterzelts in der Donaustadt. Die sind also ganz schön weit auseinander. Meistens trifft man mich aber in der Mitte, hier bei diesem Würstelstand in der Nähe des Rabenhoftheaters, wo ich sehr oft spiele. Vor einem Auftritt mag ich nichts essen, aber danach belohne ich mich meistens mit einer Käseleberkässemmel. Manchmal sind es auch zwei. Oder ein Hotdog mit Senf und Ketchup. Und ein Bier. Wenn der Kollege Florian Scheuba dabei ist, können es auch mehr sein. Bei meiner Mutter wie auch bei meiner Schwester dauern die Besuche sehr lange, ansonsten nicht so, vielleicht ein paar Minuten. Außer der Scheuba ist dabei, da wird dann schon einmal eine halbe oder eine Dreiviertelstunde daraus.

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, und es lässt sich darüber nicht streiten, aber was am Würstelstand gar nicht geht, ist Curry über eine Wurst zu streuen. Neulich sah ich, wie jemand Ketchup und Curry über eine Bratwurst gegeben hat. Das war richtig grauslich.

Sehr wichtig am Würstelstand ist die Plauderkultur, die Kommunikation, auch mit den anderen Gästen. Ich hab da schon wahnsinnig interessante Menschen kennengelernt. Man kommt am Würstelstand sehr leicht ins Gespräch. Vor circa einem Monat zum Beispiel bin ich mit einem Mann zum Reden gekommen, der eine Cocktailbar in Berlin betreibt. Den werde ich bei meinem nächsten Berlin-Besuch hundertprozentig besuchen. Er war einfach ein sehr interessanter Gesprächspartner. Der Scheuba war übrigens auch dabei. Komischerweise lassen mich die Leut‘ am Würstelstand mehr in Ruh als anderswo. Da wissen sie wahrscheinlich, dass ich meine Ruh haben will. Ansonsten werde ich tagtäglich mehrmals angesprochen. Das passiert auf angenehme, aber auch sehr unangenehme Art und Weise. Das ist halt ein Teil des Jobs und situationsabhängig. Es geht darum, wie das jemand macht. Man kann das humorvoll tun, elegant, aber halt auch saublöd. Wenn ich allein bin, ist es mir eh wurscht, wenn ich aber mit meinen Kindern unterwegs bin, werde ich batzig. Also bitte lassts mich in Ruhe, wenn ihr mich mit den Kindern sehts.

Ich würde sagen, der Würstelstand ist ein Picknick in der Stadt. Ich geh selbstverständlich auch im Winter zum Würstelstand. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Würstelstände. Ich glaube auch absolut, dass uns die Würstelstände erhalten bleiben werden. Dass sie immer mehr designt werden, stört mich nicht. Ich sehe darin keine Fehlentwicklung. Was ist zum Beispiel gegen eine schöne Nirosta-Arbeitsfläche einzuwenden? Das wirkt ja dann auch gleich viel appetitlicher.

Ich bin generell ein absoluter Fleischtiger. Mit drei Rufzeichen. Wenn es kein Fleisch mehr gibt, fress ich Vegetarier. Es geht auch nicht um Schnitzel oder Schweinsbraten. Da bin ich vollkommen emotionsbefreit. Hauptsache es ist Fleisch.

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Montag, 10.12.2018
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