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Osterbräuche – Warum eigentlich Eier?

Machen wir eine Zeitreise, auf der alte Fruchtbarkeitssymbole ihr kulinarisches Eigenleben entwickeln.

Stadtkindern kann man vieles erzählen. Wer zwischen Häusern aufwächst, weiß nichts über Hühner, Hasen und Lämmer. Es sind genau diese Tiere, die seit Jahrtausenden die Menschheitsgeschichte prägen. Eier waren schon bei den alten Ägyptern Fruchtbarkeitssymbole. Hasen auch. Die germanische Göttin Ostara, der zu Frühlingsbeginn gehuldigt wurde, hatte den Hasen als ihr Symbol. Es ist jene Tiergattung, die als eine der ersten nach dem Winter Junge zur Welt bringt. Sogar sehr viele.

Aufbruchsstimmung
Zu Ostern wird auch das Ende des Winters gefeiert. Aber zurück zu den Eiern. Früher, als die Bauern ihre Lehensherren noch in Naturalien zahlten, waren sie so wie Schinken, Käse und Butter einfach ein Zahlungsmittel. Vor dem Osterfest wurden die Speisen an den Lehensherren abgeliefert. Was die Verfügbarkeit der Eier betrifft, war die vorangegangene Fastenzeit eine praktische Sache. Nach den traditionell christlichen Speiseregeln dürfen Eier seit dem Aschermittwoch nicht verzehrt werden, nach einem Monat hatten sich so automatisch recht viele Eier angesammelt.

Eierquelle
Ein Ei pro Huhn und pro Tag: An diesem Grundprinzip der Natur hat sich nichts verändert.

Und wussten Sie: Eine gewisse Zeit lang im Mittelalter waren Ostereier ausschließlich rot, um an den christlichen Ursprung, das Blut Jesu Christi, zu erinnern. Heute sehen wir das weniger streng: Sie dürfen blau und gelb und lila sein.

Weich und hart zugleich
Wer zu Ostern beim Eierpecken gewinnen will, sollte sich eher ein kleineres  Ei aussuchen. Die stammen von jungen Hühnern und sind deshalb härter. Unter Hühnern gilt nämlich folgendes Prinzip: Je älter, umso größer die Eier. In der Familie Radatz durften man immer so viel pecken, wie man wollte (und nicht so viel, wie man essen konnten). Der Grund: Es wurde Eiersauce gemacht, die ganz wunderbar zum Osterschinken passte – auch noch am Ostermontag.

Die Osterhasen
Die Geschichte vom Osterhasen, will man einer der vielen Legenden glauben, ist übrigens erst im 19. Jahrhundert entstanden, und hat erstaunlicherweise mit der Entstehung der  Großstädte zu tun. Den Stadtkindern konnte man viele Geschichten von Tieren erzählen, eben auch die, dass die Hasen die Eier gebracht haben.

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